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Joseph Mohr: Kindheit in Salzburg

Am 11. Dezember 1792, wurde Joseph Mohr in der Salzburger Steingasse geboren. In einem kleinen feuchten Zimmer wuchs er bei seiner Mutter Anna Schoiber auf.

Diese wohnte hier mit ihrer Mutter Maria, zwei Halbschwestern von Joseph und der Cousine Theresia. Sein Vater, der 28 jährige Soldat Franz Joseph Mohr aus Mariapfarr im Lungau, hinterließ dem Kind lediglich seinen Namen und verschwand dann für immer. Weil seine Mutter nach der Geburt des Knaben wegen des fleischlichen Verbrechens (Uneheliches Zeugen von Kindern.), zu 9 Gulden verurteilt wurde, mußte sie das Angebot des unbeliebten, aber reichen Henkers von Salzburg annehmen, der sich die Taufpatenschaft erkaufte, um sein soziales Ansehen zu verbessern. So stand Joseph im doppelten sozialen Aus. Es war unmöglich eine Schule für ihn zu finden und kein Handwerker hätte ihn ausgebildet. Doch dann traf er auf der Imbergstiege hinter dem Haus Nr.9 mit dem Bene-diktiner und Domchorvikar Johann Nepomuk Hiernle zusammen. Dieser entdeckte das musikalische Talent in der Stimme des Knaben und bringt Joseph im Stift St.Peter unter und fördert seine Ausbildung. Vier Jahre später, mit dreizehn spielt Joseph schon Violine, Gitarre und Orgel. Er wurde dann als Musiker und Sänger in der Kollegienkirche tätig, wo die Messen in deutscher Sprache abgehalten wurden. In den übrigen Gemeinden überwog das Latein. Über diese deutschsprachige Talenteschmiede gelang es Joseph Aufnahme in der Universität zu finden. In Kremsmünster vervollkommnet er seine musikalische Ausbildung zum Komponisten. 1811 trat er, von den Kosten befreit, ins Salzburger Priesterseminar ein und wird 1815, als 22 jähriger, zum Priester geweiht.